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Zielsetzung/Therapeutischer Zweck:
Tiefenentspannung, Trainieren von vegetativen Funktionen (bei Enuresis, Rauchern, Bruxismus, Herzrhythmusstörungen etc. etc.), Analgesie, Organfunktionsstärkung, Gesundheitsvorsorge. V.a. auch für Kinder ab 6j.
Einleitung
Wir werden gemeinsam auf eine fantastische Reise gehen.... ja, du hast richtig gehört - WIR! Ich bin die Stimme, die dich führt, ich bin der Mensch, der dich begleitet. Dein UB wird automatisch eine Person auswählen, die mit dir geht und uns mit meiner Stimme dorthin führen wird. Vielleicht bin ich eine Person, die du sehr liebst ... oder jemand, den du sehr respektierst und bewunderst. Das entscheidet allein dein Gehirn. Mach dir keine Gedanken, es wird sich von ganz allein ergeben ....
Vorbereitung
Mach es dir bequem, auf einem Sessel sitzend ... oder auf dem Bett liegend. Niemand und nichts soll dich die nächste halbe Stunde stören können. Das Telefon ist aus, keine Pflicht wartet auf dich in der nächsten Stunde.
Wir machen gemeinsam drei tiefe Atemzüge ... tief ein und ruhig aus ... tief ein und aus ... ein und aus.
Induktion
Und wie wir so da sitzen oder liegen, unser Atem tief und ruhig strömt, unser Herz langsam und regelmäßig schlägt, liegen die Arme schwer auf der Unterlage, schwer, ganz schwer, bleischwer. Wir fühlen deutlich die Unterlage unter unseren Armen und Händen, fühlen, wie diese tief einsinken. Eine angenehme Wärme entsteht durch diese ruhige Schwere und strömt von dort in unseren ganzen Körper. Angenehm schwer, ganz schwer, bleischwer und strömend warm!
Die Augen können sich nun schließen. Wir können die Augen auch geöffnet halten, bis sie sich von ganz allein schließen, völlig gleichgültig.
Es kann seine Zeit brauchen, seine eigene Zeit, bis sich diese Schwere und Wärme in unserem Körper entwickelt und auf alle Zellen ausbreitet. Aber dann können wir die warme Schwere genießen, die Ruhe warm und schwer fühlen und uns ganz sinken lassen in diese angenehme, schwere und warme Ruhe, bis die Wärme ganz schwer, bleischwer und ruhig im ganzen Körper strömt.
Auch unser Kopf ist schwer geworden und ruht müde und ruhig auf seinem Fundament, ebenso wie unsere Augen, die sich gerne der ruhigen Schwere hingeben.
Unser Atem geht langsam und regelmäßig, tief und ruhig, wie bei einer Person, die in ruhigen Schlaf fällt. Der Herzschlag verlangsamt sich ein wenig, mit regelmäßigem, zuverlässigem Rhythmus. Wir sind nun bereit für unsere sichere Reise.
Vertiefungsanweisung und Anxiolyse (auch posthypnotisch)
Mit jedem Atemzug gehen wir von nun an tiefer und tiefer in die ruhige Versenkung. Jeder Angst während und nach der Fantasiereise können wir begegnen, indem wir in unserem Zentrum, gleich hinter dem Bauchnabel ein Licht anmachen, ein magisches, starkes Fantasielicht, das jede Angst und Bedrohung sofort vetreibt. Dieses Mittenlicht beschützt uns in jeder Situation in und außerhalb der Reise, sodass wir völlig gelassen, zuversichtlich und sicher uns auf jede Szene freuen können. Denn
wir sind stark und jeder Situation gewachsen.
Mit jedem Atemzug tiefer und tiefer in Trance, mit jedem Herzschlag ruhiger und stärker.
Die Reise
Dissoziation und Eintritt
Vor unserem inneren Auge, in unserer Fantasie sehen wir, wie ein Teil unserer Persönlichkeit aus unserem Körper heraustritt wie ein schemenhafter Geist. Wir gehen als geisterhafte Person aus unserem Körper, wie er so dasitzt oder liegt, einfach heraus und schweben dicht davor in der Luft.
Unser Geist ist getrennt von unserem Körper. Und wie durch Zauberei schrumpft dieser schwebende Geist, unsere Persönlichkeit wird immer kleiner und kleiner, bis wir wie eine Miniaturversion unserer selbst vor dem Gesicht dieses Körpers schweben. Wir sind nun sehr klein und sehen unseren Körper dicht vor uns, wie einen Riesen, der schlafend und atmend ruht.
Wir spüren den warmen Atem dieses Körpers, den wir verlassen haben. Und klein und leicht wie wir sind, werden wir von diesem Atem eingesogen wie ein Staubkorn. In rasanter Fahrt tanzen wir auf dem Atem dieses riesigen Körpers, werden mitgerissen ins Innere der Nase, vorbei an dichten Nasenhaaren ins Innere dieses wundersamen Körpers.
Gegen die Dunkelheit machen wir einfach unser Mittenlicht dicht hinter dem Nabel an, fühlen die Helligkeit und Wärme, die dieses angenehme und starke Licht verströmt. Wir können durch dieses magische Licht gut sehen, wohin die Fahrt uns führt.
Immer weiter geht es ins Innere dieses riesigen Körpers, von der Nase in schnellem Flug über Rachen und Luftröhre in die Bronchien Richtung Lunge. Wir werden hin und her geschüttelt im warmen Atem, frei und im Schutze unseres Lichtzentrums genießen wir die rasante Fahrt.
Immer enger wird die Röhre, viele Verzweigungen gehen links und rechts ab. Wir sausen immer gerade aus, bis wir kaum noch durch den engen Tunnel passen, an den feuchten, zart behaarten Wänden immer öfter anstoßen und weich abgleiten.
In der Lunge
Schon glauben wir stecken zu bleiben, da wird unser kleines Ich in hohem Bogen ausgespuckt und landet weich auf einer warmen, feuchten Blase wie auf einer riesigen, roten Luftmatratze.
Weich und wogend liegen wir auf diesem weichen Bett, zart schaukelnd erholen wir uns mit tiefen Atemzügen von der rasanten Fahrt. Doch schon nach kurzer Zeit versinken wir immer tiefer in dieses weiche Etwas, werden eingesogen wie von einem großen Pudding. Mit viel Mittenlicht und frei von Angst versinken wir tiefer und tiefer, mit jedem Atemzug tiefer und tiefer in dieses warme, weiche, rote Etwas. In diesem angenehm und wohlig warmen Lungenbläschen ist es so gemütlich, dass wir fast einschlafen. Das rhythmische Schaukeln der Atembewegungen, das dumpfe Pochen des entfernten
Herzens, der warme Luftstrom rings um uns .... all dies lässt uns müder und müder werden. Wir genießen dieses Gefühl der Geborgenheit, bis ...
In der Arteriole
... an unserem Rücken immer öfter etwas immer stärker zu stoßen beginnt, etwas Weiches und doch immer stärker und eindringlicher. Im durchsichtigen Gewebe sehen wir unter uns eine kleine Ader, in der rote und andere Blutkörperchen schnell und eifrig fließen und sich drängeln. Wir sinken immer näher an dieses Blutgefäß bis wir vom Strom der weichen und schnell fließenden Blutzellen erfasst und mitgenommen werden.
Ohne Mühe können wir atmen im sauerstoffreichen Blut, werden geschaukelt wie auf Meereswellen und treiben im immer träger und langsamer werdenen Fluss. Das Äderchen wird größer und weiter, wir haben immer mehr Platz und können im Gewirr der Blutzellen kaum noch die Wände sehen. Wir schwimmen zwischen roten und weißen Blutkörperchen, Eiweißteilchen, kleinen Fetttröpfchen und vereinzelten Bakterien, die grau und bedrohlich aussehen, dahin.
Immunabwehr
Da - vor uns wird gerade ein hässlich-graues Bakterium von einer weißen Blutzelle verspeist. Obwohl wir wissen, dass es nicht möglich ist, meinen wir einen unterdrückten Schrei zu hören, sehen, wie es im Leib des anderen verschwindet. Gut, dass die weißen Blutkörperchen so gut auf unseren Körper aufpassen. Wir sind froh, dass die Abwehr unseres Körpers so gut funktioniert. So können Bakterien
und Viren besiegt werden und unser Körper bleibt (alternativ: wird) gesund und stark. Wir freuen uns über die Stärke unserer Abwehrkräfte und lassen uns vom Blutstrom sanft weiter treiben.
Sauerstoffabgabe
Immer öfter stoßen wir nun an die Wände der Ader, prallen sanft ab wie auf einem Trampolin, werden weiter und weiter in immer enger werdende Kanäle getrieben, bis wir nach einem scharfen Linksknick stecken bleiben. Wir machen unser Mittenlicht heller, sind mutig und frei und sehen uns um. Auch die roten Blutkörperchen müssen sich durch engste Äderchen zwängen und sind wie wir beweglich und biegsam. So kommen wir alle auch durch diesen Engpass. Die Blutzellen geben ihren Sauerstoff ab in dieser Enge, werden statt hellrot plötzlich dunkelblau und treiben dann umso schneller voran. Auch wir sind durch den engsten Punkt gekommen und können durch eine dünne Membran wie durch eine Plastikfolie in eine große Höhle blicken.
Im Magen
Im hellen Licht unseres Bauchnabellichtes erscheint eine große, mit einem See gefüllte Höhle. Wir sehen in diesem See viele, breiige Sachen treiben; die Oberfläche der Flüssigkeit ist gekräuselt und es riecht eigenartig sauer. Als plötzlich die ganze Höhle sich bewegt, ja kleiner wird, sich wie ein großer Muskel zusammenzieht, wissen wir, dass wir in der Magenwand sind. Leider haben wir nicht viel Zeit diesem Schauspiel zuzuschauen, denn die hinter uns drängelnden Blutkörperchen drücken uns nach vorne, wollen weiter, weiter, um in den Lunge wieder Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen.
Vorwärts treibend, sehen wir uns nach links hinten nochmals um, sehen die dunkle, weite Höhle des Magens, mit der schwappenden Flüssigkeit und dem sich immer wieder zusammen ziehenden Magenmuskel. Schön war dieses Erlebnis, aber auch ein wenig bedrohlich, hätten wir nicht unser Licht gehabt, das uns immer hier und auch später im Leben beschützt. Wir freuen uns, dass unser Magen so gut für unseren Körper arbeitet.
Vertiefung
Weiter und weiter treibt uns der Blutstrom voran. Inzwischen genießen wir den wechselnd trägen Fluss, der uns sicher und angenehm weiter bringt. Es ist so interessant, den eigenen Körper von innen kennenzulernen. Wir erwarten mit Freude das nächste Erlebnis, während unser Atem tief und ruhig geht, uns immer tiefer in Trance bringt.
In der Lymphbahn
Nun haben wir keine Lust mehr im Blutstrom zu treiben. Wir halten uns an der glittschigen und klebrigen Aderwand fest. Und je länger wir uns festhalten, desto tiefer sinken wir ein und werden mehr und mehr verschluckt von dieser weichen, klebrigen Wandung. Dahinter fallen wir in einen kleinen, mit klarer Flüssigkeit gefüllten Raum, den Zwischenzellraum. Das hektische Rauschen ist weg und schlagartig umfängt uns tiefe Ruhe. Wir schaukeln in diesem dämmrigen Raum der Ruhe, ohne eifrige
Blutzellen und wir wären fast eingeschlafen, hätte uns nicht eine leichte Strömung erfasst. Alles in diesem Körper scheint in Bewegung, aber wohlgeordnet, ruhig und sinnvoll.
Wir werden in eine kleine Röhre eingesaugt, angenehm mit klarer Flüssigkeit, die uns zart umschmeichelt. Es ist kein Blutgefäß. Nur weiße Blutkörperchen scheinen hier wie in leiser Beratung nebeneinander zu gleiten. In dieser Lymphbahn gedeihen und leben und wachsen die Abwehrzellen unseres Körpers. Wir sind angenehm erfreut über die Erweiterung unserer engen Röhre, die sich da vor uns auftut. Eine helle Halle, viel kleiner als der Magen, eher wie ein großes Zimmer mit vielen Kammern und Nischen, leuchtet rötlich-weiß in unserem Mittenlicht. Ruhig und ohne Hektik ... ruhen
sich hier die weißen Zellen aus und sammeln Energie für ihren nächsten Einsatz gegen Bakterien und Viren. Wir bewundern diese majestätisch an den Wänden, in ihren wabenartigen Zellen sitzenden Wesen, die diesen Lymphknoten bevölkern. Hier fühlen wir uns so sicher, inmitten dieser strahlenden Krieger, die nur darauf warten, für uns zu kämpfen und uns zu beschützen. Es ist beruhigend und erfüllt uns mit tiefer Zufriedenheit, diese Macht unseres Immunsystems auf unserer Seite zu wissen.
Wir sind stolz auf diese Abwehr.
Gedankenverloren treiben wir weiter und hinaus in eine wieder engere Röhre, die uns schon nach kurzer Reise einfach in ein tiefes Loch fallen und weich landen lässt.
Wieder werden wir durch eine geleeartige Wand gesogen. Das weiche Gewebe kitzelt uns überall, streichelt an unserem Körper vorbei, während wir wie durch Zauberei langsam und stetig durch die Gefäßwand gleiten.
In der Herzvene
Schon spüren wir wieder Blutkörperchen an unseren Rücken klopfen, stärker und eindringlicher mit jedem Augenblick. Sie beginnen uns immer mehr, fast schon aufdringlich, aus unserer weichen Hülle zu ziehen und nehmen uns drängend mit sich fort.
Hier in dieser großen Vene, die Blut zurück zum Herzen führt, herrscht nicht so große Eile. Alle Blutkörperchen scheinen müde, dunkelblau verfärbt. Wie eine Armee Schlafender, müde und träge, strömen tausende dieser bläulichen Scheibchen immer weiter. Schneller und schneller, drängender und druckvoller wird die Reise. Unruhe kommt in die Gesellschaft. Wir machen vorsorglich unser Mittenlicht an und können so auch besser sehen. Erst jetzt merken wir, wie schnell wir an der Aderinnenwand vorbei sausen! Als ob ein riesiger Staubsauger alles in sich einsaugen möchte, werden wir mit dem Blutstrom mitgerissen.
Turbulent wird die Fahrt, wir werden stark geschaukelt und gedreht. Bis wir durch eine mächtige Tür aus riesigen Hautlappen geschleudert werden, den Herzklappen. Ein starkes Tosen und Rauschen herrscht hier; und schon geht’s weiter durch die nächste, riesige Klappe und mit Druck hinaus in eine große Ader.
Schlaf, innere Einkehr
Wir wissen, dass wir nun gleich in rasender Fahrt in die Lunge kommen werden .... aber das ist uns zu viel. Wir schlafen ein und vergessen einfach dieses wilde Strömen, warten lieber in uns gekehrt auf ruhigere Zeiten, lassen uns einfach treiben, egal was da um uns geschieht. Wir wissen, wir sind sicher und geborgen hier in unserem Körper, genießen unsere innere Ruhe. Vergessen alles um uns herum.
Diese Fähigkeit, sich nach innen zurück zu ziehen, hat jeder Mensch. Wir können das immer dann tun, wenn es um uns zu wild und bedrohlich wird. Dann gehen wir einfach nach innen, auf unsere Insel der Ruhe, und vergessen die Umwelt. Diese Fähigkeit kann uns auch im Wachzustand oft helfen.
Wir wissen nicht, wie lange wir geschlafen haben und uns einfach dem gut funktionierendem Blutfluss anvertraut hatten, als wir in einer klaren, ruhigen Flüssigkeit liegend die Augen öffnen.
Das Gehirn
Überall sehen wir kleine Lichtblitze funkeln wie das Sternenzelt am Himmel. Millionen kleiner Kabel und Windungen grauer Zellen umgeben uns. Obwohl sich hier fast nichts bewegt, herrscht doch ein geschäftiges Treiben. Große Aktivität scheint in den Zellen und Leitungen zu herrschen, wie Lichtsignale aus allen Richtungen oder Gedankenenergie. Nicht sichtbar, aber spürbar. Wir fühlen diese enorme, elektrische Energie im Gehirn unseres Körpers. Wir ahnen, wie jede Bewegung und
das Funktionieren von hier gesteuert wird.
Mit großer Ehrfurcht stehen wir hier wie in einer riesigen Kathedrale, sehen uns um und lassen diese Aura auf uns wirken. Wir fühlen die Göttlichkeit dieses Ortes und vergessen die Zeit. Wir vergessen unsere Reise und alles, was wir dabei erlebt haben. Die Energie und Ausstrahlung dieses Ortes scheint uns immer mehr zu durchdringen. Wir verschmelzen wie verlaufende Farbe mit dieser Umgebung, werden eins mit diesem lichtdurchströmten Dunst. Wir lösen uns ganz auf und sind nicht weiter getrennt von unserem Körper.
Ausklang
Wieder eingedrungen und vereint mit unserem Körper sitzen oder liegen wir hier und fühlen die Ruhe und Wärme und Schwere, die uns erfüllen. Die hinter uns liegende Reise hat uns gezeigt, wie gut und zuverlässig unser Körper funktioniert. Von nun an haben wir noch mehr Vertrauen und Achtung vor uns selbst. Wir wollen von nun an besser auf uns aufpassen, dieses Wunderwerk unseres Lebens respektieren und beschützen.
Ruhig und freudig, gelassen, erholt und ausgeruht, lassen wir dieses Erlebnis ausklingen. Wir machen noch ein paar tiefe Atemzüge, bis unser Inneres bereit dazu ist, aufzuwachen.
M. Weh
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